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Super-Zaun am Rhein ist fertig – 02.04.2012 – Rheinische Post

Die wichtigen 400 Meter Einzäunung vor den Kasematten unterhalb der Altstadt stehen – pünktlich zur Terrassensaison. Der Stahl sichert nicht nur Fußgänger und Radfahrer, notfalls würde die Konstruktion auch einen Lkw stoppen. Der Neubau war nach einem tödlichen Unfall angeordnet worden.

Entlang der gesamten Altstadt ist das Untere Rheinwerft nun auf 400 Meter mit einem neuen Zaun zum Rhein hin abgesichert. Dieses Stahlgebilde sieht aus wie ein Zaun, fühlt sich an wie ein Zaun, und wird auch so genannt – aber in Wahrheit ist es eine ingenieur-technisch anspruchsvolle Konstruktion, die einer ganzen Reihe von Vorschriften entspricht, und dies keineswegs freiwillig.

Nochmals die Vorgeschichte: Weil Rosenmontag 2011 ein Mann nahe der Oberkasseler Brücke durch ein unverschlossenes Tor am Rheinufer ein paar Meter tief abstürzt und sich dabei tödlich verletzt, schrecken die Behörden auf und verdonnern die Stadt Düsseldorf, das seit Jahren dort weitgehend unbeachtet vor sich hin rostende Gebilde aus senkrechten Pfosten und drei quer gespannten dicken Metallseilen zu erneuern. Und zwar so schnell es geht.

Um weitere Unfälle (und die Haftung dafür!) auszuschließen, wird für viel Geld ein Provisorium installiert, das die Promenadengenießer und die um ihre guten Umsätze fürchtenden Wirte empört. Um den Zorn zu besänftigen, verspricht die Stadt noch im Laufe des Spätsommers, schnellstmöglich für eine attraktive Alternative zu sorgen und diese spätestens zur Terrassensaison 2012 zu montieren. Das geschieht gerade.

Zuerst nahm man die 400 Meter entlang der an schönen Tagen stark besuchten Kasematten in Angriff und baute den neuen Zaun ein. Das war schwieriger, als erwartet, berichtete der zuständige Dezernent Stephan Keller. Die Pfosten sind bis zu 80 Zentimeter tief im Untergrund verankert, und dort stieß man häufig lediglich auf Kies und nicht auf so stabilen Untergrund, wie erhofft. Da musste nachgebessert werden.

Nun jedoch ist der erste Bauabschnitt fertig. 120 Zentimeter hoch ist der neue Zaun, das ist überall dort vorgeschrieben, wo regelmäßig Fahrradfahrer verkehren. Sollten die nämlich gegen die Absperrung stürzen, fallen sie nicht sofort hinüber und landen im Rheinstrom. Zwischen den Pfosten sind nun zehn Stahlseile gespannt, das dickste hat einen Durchmesser von gut zwei Zentimetern.

Es sieht nicht nur sehr kräftig aus, es ist auch äußerst widerstandsfähig. Denn es muss im Ernstfall auch einen Lastwagen stoppen, der aus Versehen gegen die Seile rollt. Schließlich gibt es an den Kasematten viel Lieferverkehr, und da will (und muss) mann ebenfalls auf Nummer sicher gehen. Den neuen Zaun zu überklettern, ist natürlich nicht zu verhindern – aber aufgrund seiner Konstruktion ist das immerhin sehr erschwert worden.

Der obere Handlauf, dick wie ein Männerarm und glatt-rund, ist an einer nach innen ragenden Querstrebe befestigt. Den kann man erklimmen und hinter sich lassen, aber dazu muss man sich sehr anstrengen. Zumal die quer gespannten Seile als Fußstütze nicht gut geeignet sind, weil sie ein paar Zentimeter nachgeben.

Die weiteren Arbeiten werden nun nach und nach erledigt. Im Mai wird der neue Zaun zwischen Knie- und Oberkasseler Brücke auf einer Länge von rund einem Kilometer fertig sein.

 

Quelle: Rheinische Post von Hans Onkelbach

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Foto: Anja Streichan

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Foto: Anja Streichan

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