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Genervter Wirt verlässt Düsseldorf – 11.08.2009 – Express

10 Jahre arbeitete Bülent Hali an der Unteren Rheinwerft.

In den ganzen Jahren hat er die Frankenheim-Kasematten Schritt für Schritt als Geschäftsführer zur bunten Altstadtpromenade gemacht.

Jetzt hat er die Nase voll. Nach unzähligen Possen durch die Düsseldorfer Ämter packt Bülent Hali seine Koffer und zieht weiter. Wahrscheinlich nach Köln.

Ich kann die Anzeigen, die ich hier am Rheinufer bekommen habe, nicht mehr zählen“, sagt Bülent Hali. „Das hat mich über die Jahre hinweg zermürbt.“

Am Anfang waren die Kasematten ein trister, trauriger Fleck, an den sich nur wenige Gäste verirrten. Nach millionenschweren Investitionen hatten Hali und Pächter Frank Engel eine blühende Gastro-Meile am Rhein geschaffen, die im Sommer Tausende an ihre Tische lockte. „Aber für jede Neuerung gab‘s Zoff mit der Stadt“, sagt Bülent Hali, „für jeden neuen Tisch oder Stuhl bekamen wir Ärger.“

Der letzte Streit ging um Fahnenmasten. Und gab dem Geschäftsführer jetzt den Rest: „Zur Fußball-WM 2006 hatten wir wieder richtig investiert, am Rhein 15 große Fahnenmasten mit Flaggen aus aller Welt aufgestellt. Die Masten wurden von einem Kunstschlosser angebracht und kosteten 1.350 Euro pro Stück.“

Jetzt sollen die bunten Fahnen verschwinden: Ein Herr von der Stadt kam vorbei, befahl mir, die Masten abzubauen. Sie seien nicht fachmännisch errichtet worden. Dabei hatte ich extra einen Statiker geholt.“

Für Bülent Hali war das zu viel. Nach dem Sommergeschäft begeht er Fahnenflucht, sieht sich in der Domstadt bereits nach einem neuen Objekt um.

Dabei versucht jetzt Roland Hahn vom Amt für Verkehrsmanagement die Flaggen-Fehde zu beenden: „Die Fahnen sind sehr schön und völlig in Ordnung“, sagt der stellvertretende Amtsleiter. „Herr Hali hatte leider nur keine Genehmigung, um sie zu errichten. Wir hätten es gerne gesehen, dass er uns vorher fragt, bevor er Masten auf unserem Eigentum errichtet. Wir werden miteinander reden.“

 

Quelle: Express von Colja Schliewa

Foto: Galert

Foto: Galert