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Fotos von Künstlern in Aktion – 29.06.2009 – Rheinische Post

Die Kunststadt Düsseldorf hat viele Gesichter. Und das ist durchaus wörtlich zu verstehen, denn Düsseldorfs Ruf als Kunststadt ist nicht nur auf die Akademie, die Museen und Ausstellungen zurückzuführen, sondern in erster Linie auf die Künstlerpersönlichkeiten, die durch ihre Arbeit und Lehrtätigkeit untrennbar mit der Stadt verbunden sind.

“Im Wanderer steckt einer, der seine Entwicklung nicht beendet”, hat Joseph Beuys einmal gesagt. Foto: Ulrich Horn

Ihre direkte Wirkungsweise aber bleibt Außenstehenden meist verborgen. Selten nur lassen sich Künstler über die Schulter blicken. Sie arbeiten in der Ruhe und Abgeschlossenheit ihres Ateliers und auch beim Aufbau von Ausstellungen sind sie lieber ungestört.

Raus aus dem Archiv

Bei Erika Kiffl allerdings haben viele von ihnen eine Ausnahme gemacht. Seit 1977 hat die Fotografin, die selbst an der Kunstakademie Gebrauchsgrafik studiert hatte und daher schon früh mit der Szene vertraut war, die Düsseldorfer Künstler bei ihrer Arbeit begleitet und ihr Schaffen in umfangreichen Fotoserien dokumentiert. Das “Archiv künstlerischer Fotografie der rheinischen Kunstszene” (AFORK), das seit 2003 Fotografien der rheinischen Kunstchronisten sammelt, hat sich 2007 mit der Ausstellung “Fotos schreiben Kunstgeschichte” dem Publikum vorgestellt.

Mit ihrer vom Kulturamt und vom Epson Kunstbetrieb geförderten Einzelausstellung “Work in Process” tritt Erika Kiffl nun noch einen Schritt weiter nach draußen in die Öffentlichkeit. “Die Fotos sind nicht für die Schublade gedacht”, sagt sie und holt sie heraus aus Archiv und Museum, um sie “als Aushängeschild für die Kunststadt Düsseldorf” dort zu präsentieren, wo sie auch von Ausflüglern gesehen werden, die nicht ins Museum gehen: am Rhein.

In einer Open-Air-Ausstellung werden am unteren Rheinwerft entlang der Kasematten zwischen Pegeluhr und KIT 20 Großfotografien angebracht, die Künstler bei der Arbeit zeigen, bei den Akademierundgängen, beim Aufbau der “Treibhaus”-Ausstellungen oder ganz privat im Atelier wie Joseph Beuys, Gotthard Graubner, Erwin Heerich, Konrad Klapheck, Gerhard Richter und Günther Uecker. Durch den ungewöhnlichen Ort gestattet die Ausstellung sogar Touristen, die gerade mit dem Ausflugsschiff ankommen, das, was sonst nur Insidern vorbehalten ist: einen Blick hinter die Kulissen.

 

 

Quelle: Rheinische Post von Barbara Steingiesser

Foto: Ulrich Horn

Foto: Ulrich Horn