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Der Frühling im Winter – 7. Januar 2014 – Westdeutsche Zeitung

Das milde Klima freut die Gastronomie, stresst aber viele Modehändler.

Düsseldorf. Warme Sonnenstrahlen über dem Fernsehturm, viele Spaziergänger am Rheinufer und Temperaturen an die 15 Grad – von Winter ist in Düsseldorf keine Spur.
„Die milden Temperaturen werden bis Freitag anhalten. Erst danach kann es zu einer kleinen Abkühlung kommen“, sagt der Medienmeteorologe des Deutschen Wetterdienstes Christian Herold. Der warme Winter geht also vorerst weiter. Die hiesige Geschäftswelt stellt das vor unterschiedliche Herausforderungen.

Lokale am Rheinufer profitieren vom frühlingshaften Wetter

Zu den Profiteuren gehören beispielsweise die Gastronomen an den Kasematten. Wo sonst im Winter viel Leerlauf ist, sitzen jetzt die Gäste vor den Lokalen. Die milden Temperaturen im Januar locken die Kunden vor die Tür. Es gibt Alt statt Glühwein. „Wir freuen uns über so einen Winter. Für uns lohnt sich das absolut“, sagt Kasematten-Pressesprecherin My Nguyen. Die Gastwirte am Rhein entschieden sich schon im Dezember – anders als in den Jahren zuvor –, nicht alle Gaststätten im Winter zu schließen. Also haben das Frankenheim-Bistro und Schlüssel nun durchgehend geöffnet. „Es war die richtige Entscheidung“, freut man sich an den Kasematten.

Viel Stress haben hingegen viele Modegeschäfte in der Stadt. Wo sonst im Januar Winterjacken und Handschuhe gefragt sind, gehen jetzt die so genannten Übergangsjacken über die Ladentheke. Laut Anne Linnenbrügger-Schauer vom Einzelhandelsverband führt das aber momentan noch nicht zu erheblichen Umsatzeinbußen für die Einzelhändler. Sie brauchten nur ein wenig Zeit, um sich auf die veränderte Nachfrage einzustellen. „Im Hintergrund freilich sind die Geschäfte auf einen echten Wintereinbruch und auf ein erneut verändertes Nachfrageverhalten vorbereitet“, sagt Linnenbrügger-Schauer.

Genau solch einen Wetterumschwung befürchtet Gärtner Hans-Peter Gerhards. In seiner Gärtnerei in Volmerswerth begrüßte er die ersten Primeln bereits zum Jahreswechsel. „Normalerweise kommen die erst Mitte Februar. Dieses Jahr sind sie fast zwei Monate zu früh“, sagt Gerhards und hofft, dass das Wetter so mild bleibt. Sollten die Temperaturen doch noch tief fallen, sind die Primeln gefährdet. „Wir wollen keine Kälte. Das Wetter darf so bleiben“, erklärt der Mann weiter, der bei seinen Kunden freilich noch keine große Nachfrage nach Blüten wie der Primel feststellt. Denn auch die müssen sich auf die neuen Möglichkeiten, die das warme Wetter bietet, erst noch einstellen.

Foto: Sergej Lepke

Foto: Sergej Lepke